Patientenverfügung - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

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Erbrecht (Rechtstipps)

Rechtsgebiet: Erbrecht
Autor: Windisch
Datum: 2003/11

Absicherung durch Patientenverfügung

Für viele Menschen ist es eine schreckliche Vorstellung, am Ende des Lebens gegen den eigenen Willen durch medizinische Apparaturen Wochen oder gar Monate am Leben gehalten zu werden. Im Hinblick auf die gewachsenen Möglichkeiten der Medizin, den Tod sterbender Menschen immer weiter hinauszuschieben, sind entsprechende Befürchtungen auch nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Der Arzt hingegen soll und will menschliches Leben erhalten – der Patient wünscht sich (und hat das Recht) auf einen menschenwürdigen Tod. Für den Fall, dass ein Patient nicht mehr in der Lage ist, seine Behandlungswünsche selbst zu äußern, aber sichergestellt haben will, dass er bei Eintritt einer bestimmten Situation nicht sinnloserweise am Leben gehalten wird, bietet sich die Abfassung einer so genannten Patientenverfügung an. Eine Patientenverfügung bedeutet, dass niedergelegt wird, wie sich ein zukünftiger Patient bei Eintritt einer bestimmten Situation die Vornahme medizinischer Maßnahmen wünscht oder deren Einleitung untersagt. Mit einer solchen Verfügung kann jeder Mensch vorsorglich, bevor er in einen Zustand der Entscheidungsunfähigkeit gerät, die ärztlichen Behandlungsmaßnahmen verbindlich steuern. Zu beachten ist jedoch, dass an die Wirksamkeit einer Patientenverfügung nach ständiger Rechtsprechung formale Anforderungen zu stellen sind. Der Arzt wird eine Patientenverfügung nur dann beachten, wenn diese auch tatsächlich wirksam ist, da er sich andernfalls selbst unter Umständen einer Tötung des Patienten strafbar macht. Sofern eine Patientenverfügung wirksam verfasst wurde, kann der Arzt, der sich dem dort festgelegten Willen des Patienten widersetzt, mit Hilfe des Vormundschaftsgerichtes zur Durchsetzung der Patientenverfügung gezwungen werden. Das Vormundschaftsgericht wird aber natürlich für die Durchsetzung der Patientenverfügung nur dann sorgen, wenn es keinen Zweifel an der Rechtsverbindlichkeit einer derartigen Verfügung hat. Daher sollte man sich bei der Abfassung einer Patientenverfügung rechtlich beraten lassen, um im Ernstfall sicher gehen zu können, dass diese auch tatsächlich umgesetzt wird.






Rechtsanwalt Sebastian Windisch
Sozius der Kanzlei Dr. Ehling & Kollegen