Auflösung einer Erbengemeinschaft - OLG Hamm bestätigt einfachen Weg durch Abschichtung - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

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Erbrecht (Rechtstipps)

Rechtsgebiet: Erbrecht
Autor: Vollmer
Datum: 2014/04

Auflösung einer Erbengemeinschaft - OLG Hamm bestätigt einfachen Weg durch Abschichtung

 

Ein häufig auftretendes Problem bei Erbengemeinschaften: Die Miterben sind sich grundsätzlich darüber einig, wie die Aufteilung des Nachlasses erfolgen soll. Insbesondere hat beispielsweise einer von mehreren Miterben ein Interesse daran, eine im Nachlass befindlichen Immobilien zu erwerben und den oder dem weichenden Miterben hierfür eine am Verkehrswert orientierte Entschädigung in Höhe seiner Erbquote zu zahlen.

 

Aufwändig und kostenintensiv wäre es, wenn in diesem Fall ein Erbteilskauf erfolgen würde, da dies zwingend nach den gesetzlichen Bestimmungen der notariellen Beurkundung bedarf. Dem Bedürfnis der Miterben, eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft zu erzielen, kann viel einfacher und ohne diese hohen Kosten durch sogenannte "Abschichtungsvereinbarung" entsprochen werden. Das Oberlandesgericht Hamm hat in einer jüngst veröffentlichten Entscheidung diese für die Beteiligten kostengünstige Möglichkeit bestätigt (12.11.2013, 15 W 43/13). Das Grundbuchamt kann in einem solchen Fall keine notarielle Beurkundung verlangen, es genügt vielmehr, wenn die Abschichtungsvereinbarung beispielsweise privatschriftlich nachgewiesen wird und die Miterben lediglich die Grundbuchberichtigung bewilligen, was nur öffentlich beglaubigt werden muss. Die Kosten hierfür liegen erheblich unter den Kosten für eine notarielle Beurkundung einer Übertragungsvereinbarung.

 

Zu beachten ist, dass die Miterben gegebenenfalls Ihre Erbenstellung zuvor durch einen Erbschein nachweisen müssen. Liegt allerdings ein eröffnetes notarielles Testament vor, genügt dies auch für den Erbnachweis gegenüber dem Grundbuchamt.

 

Ob es generell Sinn macht, bei mehreren Personen, die bedacht werden soll, einer Erbengemeinschaft entstehen zu lassen, sollte von jedem Erblasser aber genauer hinterfragt und gegebenenfalls alternative Lösungen gefunden werden. Denn nach wie vor zählt die Erbengemeinschaft zu den streitbefangensten Gemeinschaften im deutschen Recht.

 

 

Peter W. Vollmer

Rechtsanwalt und Fachanwalt