Bankkonto - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

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Erbrecht (Rechtstipps)

Rechtsgebiet: Erbrecht
Autor: Vollmer
Datum: 2005/06

Bankkonto im Erbfall - Probleme vermeiden -

Was geschieht mit einem im Nachlass befindlichen Konto, wenn dessen Inhaber verstirbt? Bei einem einzelnen Erben ist dies in der Regel unproblematisch:

Er kann als Rechtsnachfolger des ursprünglichen Kontoinhabers bei Nachweis seines Erbrechts (Erbschein) unproblematisch über das Konto verfügen. Hinterlässt der Verstorbene aber mehrere Erben, entstehen Probleme:

Überweisungen dürfen die Erben nur einstimmig gemeinschaftlich vornehmen, also müssten alle Miterben entsprechende Anweisungen unterschreiben. Damit wird die Nachlassabwicklung, insbesondere auch Zahlungen auf Schulden des Erblassers oder Beerdigungskosten erheblich erschwert. Selbst ein Erbschein hilft nicht viel weiter, zumal dieser erst nach ein paar Wochen zur Verfügung steht. Für den Erblasser empfiehlt es sich daher, schon zu Lebzeiten eine Kontovollmacht zu erteilen, die beispielsweise auch in einer Vorsorgevollmacht beinhaltet sein kann. Allerdings sind die Erben an eine solche Vollmacht nicht unbedingt gebunden, sie kann grundsätzlich auch widerrufen werden. Liegt ein so genanntes „Oderkonto“, wie häufig bei Ehepaaren, vor, besteht ebenfalls die Gefahr, dass die Erben gegen die Befugnis des anderen Ehegatten vorgehen, über das Konto zu verfügen. Gerade bei größeren Beträgen auf Konten oder gar Wertpapierdepots empfiehlt es sich, zur Vermeidung von Schwierigkeiten einen Testamentsvollstrecker im Testament zu benennen oder Schwierigkeiten in Form der Erbengemeinschaft erst gar nicht entstehen zu lassen, beispielsweise lediglich einen Alleinerben zu bestimmen.

In jedem Fall sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die ungünstigste Vorgehensweise ist, nichts zu regeln.


Rechtsanwalt Peter W. Vollmer