Unterhaltsverpflichtungen - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz. Rechtstipps zum Thema Familienrecht – Kindesunterhalt

Rechtsgebiet: Familienrecht
Autor: Windisch
Datum: 2007/08

Unterhaltsverpflichtungen bei gemeinsamer Kindesbetreuung

Wenn ein Kind nach der Trennung der Eltern bei einem Elternteil lebt, erfüllt dieser Elternteil seine Unterhaltsverpflichtung durch Betreuung und Versorgung (so genannter Naturalunterhalt), während der andere Elternteil den Barunterhalt aufbringen muss, also Unterhalt zu zahlen hat. Wie sieht es aber aus, wenn Eltern sich nach der Trennung die Betreuung und Erziehung der Kinder in der Form teilen, dass das Kind abwechselnd mal bei einem und mal bei dem anderen Elternteil wohnt (so genanntes Wechselmodell)? Müssen dann automatisch beide Eltern jeweils an den anderen Elternteil Barunterhalt für das Kind bezahlen? Der Bundesgerichtshof hat am 29.02.2007 (Az: XII ZR 161/04) über das so genannte Wechselmodell entschieden. Sofern ein Elternteil den größeren Anteil an der Betreuung und Versorgung der Kinder übernimmt, muss dieser Elternteil keinen Unterhalt zahlen. In dem oben genannten Fall hatte der Vater die Kinder zu 1/3 betreut, die Mutter zu 2/3. Der BGH hat in diesem Fall entschieden, dass – obwohl der Vater auch die Kinder betreut hatte, er dennoch alleine barunterhaltspflichtig ist. Eine andere Aufteilung des Unterhalts ist nach Auffassung des Bundesgerichtshofs erst dann gerechtfertigt, wenn die Anteile der Eltern in etwa gleichwertig sind. Das sei aber bei der im entschiedenen Fall vorliegenden Quote von 2/3 zu 1/3 nicht der Fall. Unterhaltsberechtigte müssen daher dafür sorgen, mindestens 50 % der Kindesbetreuung zu übernehmen.




Windisch
Rechtsanwalt
Tätigkeitsschwerpunkt Familienrecht