Sorgerecht des nicht mit der Mutter verheirateten Vaters reformiert - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz. Rechtstipps zum Thema Familienrecht – Umgangsrecht, Sorgerecht.

Rechtsgebiet: Familienrecht
Autor: Dr. Lymperidis
Datum: 2013/10

Sorgerecht des nicht mit der Mutter verheirateten Vaters reformiert

 

Bislang konnte ein Vater, der nicht mit der Mutter seines Kindes verheiratet war, nicht gegen den Willen der Kindesmutter das gemeinsame Sorgerecht ausüben. Diese Rechtslage wurde vermehrt für nicht gerecht und nicht mehr zeitgemäß erachtet.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erkannte darin einen Verstoß gegen die Menschenrechte und das Bundesverfassungsgericht sah in der alten Regelung eine Verletzung von Artikel 6 Absatz 2 Grundgesetz und erklärte damit die bisherige Rechtslage für verfassungswidrig.

Durch eine Reform des  Sorgerechts wurden daher die Rechte der nichtehelichen Väter gestärkt. Am 19. Mai 2013 trat das Gesetz zur Reform der elterlichen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern in Kraft.

Nunmehr besteht für den Vater eines Kindes, der zu keinem Zeitpunkt mit der Kindesmutter verheiratet war, die Möglichkeit, einen Antrag auf Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge beim zuständigen Familiengericht zu stellen.

Das Familiengericht wird dem Antrag entsprechen und dem Kindesvater die gemeinsame Sorge übertragen, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.

Die Kindesmutter erhält hierzu Gelegenheit dem Gericht Gründe vorzutragen, die nach ihrer Auffassung einer gemeinsamen elterlichen Sorge mit dem Kindesvater entgegenstehen.

Kommt eine gemeinsame elterliche Sorge aus Gründen des Kindeswohls tatsächlich nicht in Betracht, so hat der Kindesvater durch die Reform nunmehr sogar die Möglichkeit, die alleinige elterliche Sorge auf sich zu beantragen. Entscheidend ist hierbei erneut ausschließlich, ob die alleinige elterliche Sorge des Kindesvaters dem Kindeswohl am besten entspricht.

Die Rechte des nichtehelichen Vaters wurden somit durch die Reform wesentlich gestärkt. Ob eine gemeinsame elterliche Sorge mit der Kindesmutter oder sogar das alleinige Sorgerecht des Kindesvaters in Betracht kommen, hängt allein vom Kindeswohl ab.

Dabei ist wiederum entscheidend wie das Verhältnis zwischen Vater und Mutter bzw. Vater und Kind bislang war. Schließlich sind Familienkonstellationen, in der die Kindeseltern zu keinem Zeitpunkt miteinander verheiratet waren, höchst unterschiedlich. Möglich ist, dass das Kind aus einer flüchtigen Beziehung der Kindeseltern entstanden ist, andererseits sind auch die Fälle häufig, in denen die Eltern zwar nicht miteinander verheiratet sind aber seit Jahren eheähnlich zusammengelebt haben.

Entsprechend unterschiedlich sind auch die Erfolgsaussichten eines Sorgerechtsantrags eines nicht mit der Kindesmutter verheirateten Vaters. Die Familienrechtsanwälte Sebastian Windisch, Dr. Ioannis Lymperidis und Laura Dreissigacker beraten sie diesbezüglich gerne und vertreten kompetent ihre Interessen.

Dr. Lymperidis