Übernachtungsbesuche - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz. Rechtstipps zum Thema Familienrecht – Umgangsrecht, Sorgerecht.

Rechtsgebiet: Familienrecht
Autor: Windisch
Datum: 2007/07

Übernachtungsbesuche von Kleinkindern beim umgangsberechtigten Elternteil

Bei einer Ehescheidung sind meist auch Umgangsregelungen zu treffen, insbesondere dann, wenn die Kinder noch klein sind. Oft hat der umgangsberechtigte Elternteil, bei dem das Kind nicht seinen regelmäßigen Aufenthalt hat ein Interesse daran, dass das Kleinkind bei ihm so früh wie möglich auch übernachten darf. In der familiengerichtlichen Praxis werden Übernachtungsbesuche oft erst ab dem Schulalter des Kindes eingeräumt, da die allgemein bekannten Einwände der Mutter gegenüber Übernachtungsbesuchen - das Kind sei durch die Trennung der Eltern schon sehr belastet, habe ein Rückfall in der Sauberkeitserziehung erlitten und sei Fremdübernachtungen nicht gewohnt - von den Gerichten oft akzeptiert werden.

Das Bundesverfassungsgericht hat in einer neueren Entscheidung geurteilt, dass für den umgangsberechtigten Elternteil ein Anspruch aus dem Grundgesetz besteht, dass eine Umgangsregelung auf Übernachtungsmöglichkeit von den Gerichten geprüft werden muss. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Kind im Alter von über 3 Jahren im Regelfall angehört werden und dass weiterhin auch ein Sachverständigengutachten eines Psychologen eingeholt werden muss, dass sich damit beschäftigt, in wie weit Übernachtungsbesuche für das Kind schädlich sein können.

Auf jeden Fall stärkt die genannte Entscheidung den umgangsberechtigten Elternteil in seinem Wunsch nach Übernachtungen des Kindes bei ihm. Natürlich sind gerichtliche Entscheidung aber auch immer von der individuellen Fallgestaltung abhängig. Hier hilft Ihnen Ihr Anwalt gerne weiter.



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