Nutzungentschädigung - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz. Rechtstipps zum Thema Familienrecht – Vermögensauseinandersetzung.

Rechtsgebiet: Familienrecht
Autor: Windisch
Datum: 2006/05

Anspruch auf Nutzungsentschädigung nach Auszug aus dem Eigenheim

Sehr oft kommt es vor, dass bei Trennung von Eheleuten eine Partei auszieht und gegen den im Eigenheim verbleibenden Ehegatten einen Anspruch auf Nutzungsentschädigung geltend macht. Dies bedeutet, da der im Eigenheim verbleibende Ehegatte keine Aufwendungen für Miete hat, sich entweder - sofern der ausziehende Ehegatte Unterhalt begehrt - sich die ersparte Miete seinem Einkommen zurechnen lassen muss oder aber er verpflichtet ist, die Hälfte des Wohnwertes monatlich als so genannte Nutzungsentschädigung an den ausgezogenen Ehegatten zu bezahlen. Sofern der Nutzungsvorteil bereist einkommenserhöhend auf den Unterhalt bezogen wird, kann der ausgezogene Ehegatte nicht zusätzlich noch Anspruch auf Nutzungsvergütung verlangen. Dies gilt jedenfalls beim so genannten Ehegattenunterhalt.

Anders sieht die Situation nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe beim Kindesunterhalt aus: Beim Kindesunterhalt wird der Nutzungsvorteil einkommenserhöhend berücksichtigt und zusätzlich besteht auch noch ein Anspruch des ausgezogenen Ehegatten auf Nutzungsentschädigung. Weiterhin ist für den im Eigenheim verbliebenen Ehegatten zu beachten, dass er bei Aufnahme eines neuen Partners in das Eigenheim nicht nur die Hälfte des Wohnwertes als Nutzungsentschädigung zu zahlen hat, sondern im Einzelfall auch der volle Wohnwert zu Grunde gelegt wird, weil mit der Aufnahme eines Lebenspartners in das allein genutzte Eigenheim der nicht genutzte Anteil (totes Kapital) wieder aktiviert wird und damit letztlich die gesamte Wohnfläche genutzt wird.


Rechtsanwalt Sebastian Windisch