Immobilienkauf - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz. Rechtstipps zum Thema Immobilienrecht.

Rechtsgebiet: Immoblienrecht
Autor: Vollmer
Datum: 2003/12

Augen auf beim Immobilienkauf

Für die Käufer gebrauchter Immobilien ist es ein Gräuel:


Nach dem Einzug wird festgestellt, dass der Keller feucht ist, das Dach undicht ist, die Wohnung „hellhörig“ ist oder das Anwesen vom Ungeziefer befallen wurde. Ein Blick in den Kaufvertrag bringt häufig Ernüchterung: Dort ist meist die Haftung des Verkäufers für solche Umstände „Mängel“ genannt, ausgeschlossen. Allerdings haftet ein Verkäufer für solche Mängel der Immobilie dann, wenn er sie arglistig verschwiegen hat. Dafür muss allerdings der Käufer den vollen Beweis führen: Der Käufer hat vorzutragen und nachzuweisen, dass der Verkäufer ihn nicht ordnungsgemäß aufgeklärt hat, was bedeutet, dass der Käufer nachzuweisen hat, dass der Mangel dem Verkäufer bekannt war oder er den Fehler mindestens für möglich gehalten hat und damit gerechnet hat, dass der Käufer zum einen den Mangel nicht bemerkt hat und im Übrigen den Kauf zumindest so nicht abgeschlossen hätte. Die Anforderungen hierfür sind hoch, der BGH hat in einem Urteil aus dem Jahr 2003, AZ: V ZR 100/02 entschieden, dass selbst die Formulierung in einem Vertrag „dem Verkäufer ist vom Vorhandensein wesentlicher unsichtbarer Mängel nichts bekannt“ keine Umkehrung dieser Beweislast zu Lasten des Verkäufers zu entnehmen ist.

Zu empfehlen ist daher, möglichst frühzeitig – am besten noch vor dem Kauf – einen geeigneten Bausachverständigen mit der Überprüfung des Objekts zu beauftragen.



RA Peter W. Vollmer
Sozius der Kanzlei Dr. Ehling & Kollegen