Steuerberatungskosten1 - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Rechtsanwaltskanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz. Rechtstipps zum Thema Steuerrecht.

Rechtsgebiet: Steuerrecht
Autor: Renz
Datum: 2005/12

Steuerberatungskosten auch künftig noch abzugsfähig!

Im Rahmen der Koalitionsvereinbarungen der neuen Bundesregierung steht auch die Abschaffung des Sonderausgabenabzugs für Steuerberatungskosten auf dem Prüfstand.

Von der Systematik des deutschen Einkommensteuerrechts her ist es wohl nur dem informierten Betrachter klar, dass hier lediglich der Sonderausgabenabzug wegzufallen droht und nicht auch der Betriebsausgaben- bzw. Werbungskostenabzug. Allein diese Unterscheidung dürfte für die meisten Steuerbürger schon schwer verständlich sein. Das heißt, dass Steuerberatungskosten im Zusammenhang mit dem Erstellen betrieblicher Steuererklärungen nach wie vor als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Weiterhin kann man daraus schließen, dass Steuerberatungskosten, die mit der Ermittlung konkreter Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechtes zusammenhängen, weiterhin als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten bei der speziellen Einkunftsart abzugsfähig sein werden. Wenn jemand beispielsweise im Rahmen der Steuererklärung auch Einkünfte aus Kapitalvermögen oder etwa Einkünfte aus Vermietung hat, werden auch weiterhin die mit der Ermittlung dieser konkreten Einkünfte zusammenhängenden Steuerberatungskosten als Werbungskosten von der Steuer absetzbar sein. Insoweit dürfte der Wegfall des Sonderausgabenabzugs lediglich Bedeutung haben für die Bearbeitung des so genannten einkommenssteuerlichen Mantelbogens. All dies führt zu einer weiteren Verkomplizierung des deutschen Steuerrechts.

Es bleibt jedenfalls anzumerken, dass die beabsichtigte Streichung des Sonderausgabenabzugs der Steuerberatungskosten damit den größten Teil der anfallenden Steuerberatungskosten gar nicht berührt. Es wäre auch geradezu grotesk, wenn unvermeidbare Ausgaben für die Erfüllung der steuerlichen Pflichten, die ihre Ursache in der Kompliziertheit und Unübersichtlichkeit des deutschen Steuerrechts haben, am Ende nicht mehr berücksichtigungsfähig wären. Man müsste hier gegebenenfalls die Erfolgsaussichten einer Verfassungsbeschwerde überprüfen.



Andreas Renz
Rechtsanwalt*Fachanwalt für Steuerrecht*Dipl. Finanzwirt (FH)