SCHUFA - Rechtsanwalt Mainz - Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz, Lymperidis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Rechtsanwaltskanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz. Rechtstipps zum Thema Zivilrecht.

Rechtsgebiet: Zivilrecht
Autor: Göbel
Datum: 2007/04

Kennen Sie Ihre SCHUFA Einträge und Score-Werte?

Manches Rechtsgeschäft kommt nur deshalb nicht zustande, weil die SCHUFA (Schutzorganisation für allgemeine Kreditsicherung) eine negative Auskunft über die Bonität einer Person ausgibt. Dies kann insbesondere bei Versicherungs-, Kredit-, Konto-, Handy- sowie Energieversorgungsverträgen oder bei Mietverträgen und im Versandhandel der Fall sein. Die Abgewiesenen bekommen diesen Grund teilweise nicht einmal mit. Daher sollte gelegentlich der eigene Anspruch aus dem Bundesdatenschutzgesetz auf Selbstauskunft gegenüber der SCHUFA geltend gemacht werden. Nur so kann jedermann die über ihn gespeicherten Daten überprüfen. Denn bei der Vielzahl an SCHUFA-Partnern (ca. 5.000 Unternehmen, wie Banken, Telefongesellschaften, u.a.) und registrierter Bürger (ca. 60 Mio.) sowie der Unmenge an Daten sind Fehler nicht auszuschließen.
Der SCHUFA werden durch das Schuldnerverzeichnis der Amtsgerichte und ihre Partner aus der Wirtschaft Daten, wie Kontenanzahl, Kreditkarten, offene Forderungen, Insolvenz, Kredit-, Handy- sowie Leasingverträge mitgeteilt. Andere Daten, wie geschätztes Vermögen und Arbeitgeber sind dagegen vor Speicherung geschützt. Die so über eine Person gesammelten Informationen erhalten die Partner der SCHUFA zur Kenntnis, wenn es mit der betreffenden Person zu einem Vertragsschluss kommen soll. Außer den Partnern erhalten alle Zugang zu den Daten, denen man das Recht zur Auskunftseinholung gewährt (etwa einem Vermieter oder Versandhaus). Dieses Recht wird oftmals über eine AGB-Klausel gewährt.
Neben den persönlichen Bonitätsdaten führt die SCHUFA noch eine Score-Liste (Selbstauskunft ebenfalls möglich). Auf einer Skala von 1 bis 1000 wird die branchenspezifische Wahrscheinlichkeit eingeschätzt, ob die betroffene Person vertragstreu bleibt. Auf den eigenen Score-Wert kann regelmäßig kein Einfluss genommen werden. Denn es handelt sich um eine reine Prognose, die anhand von Daten einer Vergleichsgruppe erstellt wird. So kann es sein, dass man selbst keinerlei Schulden hat und dennoch als „unzuverlässig“ eingestuft wird. Auch hieran kann der gewünschte Vertragsschluss scheitern. Aber selbst, wenn der Bürger die Weitergabe des eigenen Score-Wertes verhindert, so kommt er dem Vertragsschluss dadurch nicht näher. Denn ein Anspruch auf einen Vertrag besteht für den Einzelnen ohnehin nicht.
Sind die gespeicherten Daten bei der SCHUFA falsch oder veraltet (letzteres idR nach drei Jahren), so besteht ein Anspruch auf Richtigstellung. Dies sollte unbedingt veranlasst werden, da man andernfalls als Risikokunde gilt. Sollte es hierbei zu Problemen kommen, hilft Ihnen ein Rechtsanwalt mit entsprechenden Kenntnissen gerne weiter. Auch ein Haftungsanspruch zu Ihren Gunsten ist gelegentlich denkbar.



Dr. Andreas Göbel
Rechtsanwalt