Folgen von Getrenntleben und Scheidung

Auf die Trennung eines Paares folgt zumeist die Scheidung der Ehe. Allerdings sieht der Gesetzgeber vor, dass zwischen Trennung und Scheidungsantrag bei Gericht ein Jahr, das sogenannte Trennungsjahr, abgelaufen sein muss. Grund hierfür ist, dass die Ehegatten nicht vorschnell die Ehe aufgeben, vielmehr sollen sie ausreichend Zeit haben, sich den letzten Schritt bis zur Scheidung gut zu überlegen.

Sowohl die Trennung als auch die Scheidung führen zu weitreichenden Konsequenzen bei beiden Eheleuten. Häufig aufkommende Themen werden hier besprochen.

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6. Was geschieht mit den Bankkonten?    

Zu unterscheiden ist zwischen einzelnen Konten, die nur auf einen Ehegatten laufen, und gemeinsamen Konten der Eheleute.

Ist lediglich ein Ehegatte alleiniger Kontoinhaber, ist es anzuraten, dass eine eventuell bestehende Kontovollmacht des anderen Ehegatten sofort nach Trennung widerrufen wird. Zwar ist der andere Ehegatte nach Trennung nicht mehr berechtigt, Geld von dem Konto abzuheben oder mit der Karte zu bezahlen. Tut er dies aber dennoch ? was häufig bei Versäumnis des sofortigen Widerrufs der Vollmacht der Fall ist, so hat der Kontoinhaber keinen Erstattungsanspruch gegen die Bank, sondern kann sich nur an den anderen Ehegatten halten. Oft sieht man von dem einmal ausgegebenen Geld nie etwas wieder.

Der Widerruf sollte daher unverzüglich und in schriftlicher Form, am Besten per Einschreiben dem anderen Ehegatten angezeigt werden. Auch der Bank gegenüber muss der Widerruf angezeigt werden. Die Bank sollte angehalten werden, die Bankkarten des vormals berechtigten Ehegatten schnellstens einzuziehen.

Handelt es sich dagegen um ein Oder-Konto, bei dem beide Ehegatten zu Verfügungen berechtigt sind und zwar unabhängig voneinander, so wird vermutet, dass das Vermögen beiden Ehegatten jeweils zur Hälfte gehört. Entgegen vieler Vorstellungen ist es nicht von Bedeutung, wer das Geld auf das Konto eingezahlt hat. Bei einem Oder-Konto darf ein Ehegatte folglich nur die Hälfte des Kontoguthabens abheben. Verfügt ein Ehegatte unberechtigterweise über mehr als die ihm zustehende Hälfte des Geldbetrages, so macht er sich gegenüber dem anderen Schadensersatz pflichtig.

Auch bei einem gemeinsamen Konto sollte die Bank von der Trennung informiert werden. Sinnvoll ist auch, das hälftige Guthaben des Gemeinschaftskontos auf ein anderes, eigenes Konto zu transferieren.