Folgen von Getrenntleben und Scheidung

Auf die Trennung eines Paares folgt zumeist die Scheidung der Ehe. Allerdings sieht der Gesetzgeber vor, dass zwischen Trennung und Scheidungsantrag bei Gericht ein Jahr, das sogenannte Trennungsjahr, abgelaufen sein muss. Grund hierfür ist, dass die Ehegatten nicht vorschnell die Ehe aufgeben, vielmehr sollen sie ausreichend Zeit haben, sich den letzten Schritt bis zur Scheidung gut zu überlegen.

Sowohl die Trennung als auch die Scheidung führen zu weitreichenden Konsequenzen bei beiden Eheleuten. Häufig aufkommende Themen werden hier besprochen.

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1. Was bedeutet Getrenntleben?

Um eine Trennung im rechtlichen Sinne annehmen zu können, muss die häusliche Gemeinschaft der Ehegatten aufgehoben sein. Es muss eine sogenannte Trennung von "Tisch und Bett" vorliegen. Dass heißt, die Eheleute wirtschaften nicht mehr gemeinsam, sie versorgen sich selbst, nehmen die Mahlzeiten getrennt voneinander ein, putzen, kochen und waschen nicht mehr füreinander. Unter diesen Voraussetzungen ist sogar eine Trennung unter einem Dach vorstellbar.

Eine Trennung, bei der beide Ehegatten weiterhin im ehelichen Heim wohnen bleiben, kommt gar nicht so selten vor, denn häufig sind Auszug und Anmietung einer weiteren Wohnung aus finanziellen Gründen nicht machbar. Allerdings setzt die Trennung unter einem Dach voraus, dass die Wohnung untereinander aufgeteilt wird, d.h. es müssen getrennte Wohnbereiche, getrennte Schlafbereiche und am Besten getrennte Küche und Bad gegeben sein.

Aus Beweiszwecken bietet sich an, dass man das Getrenntleben dokumentiert. Dazu sollte man eine schriftliche Vereinbarung über die Trennung aufsetzen oder man sucht einen Anwalt auf und teilt dem anderen Ehegatten durch ein anwaltliches Schreiben mit, dass man sich von ihm getrennt hat.

Nicht selten kommt es vor, dass die Ehegatten möglichst schnell geschieden werden wollen und deshalb sich darüber verständigen, dass man den Trennungszeitpunkt vordatiert, um das Trennungsjahr zu verkürzen. Davor muss jedoch gewarnt werden, denn in rechtlicher Hinsicht stellt ein solches Vorgehen ein Prozessbetrug dar.