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Gläserner Steuerbürger

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrag veröffentlicht:6. Januar 2005
  • Beitrags-Kategorie:Steuerrecht
Rechtsgebiet:Steuerrecht
Autor:Renz
Datum:2005/01

Auf dem Weg zum gläsernen Steuerbürger

Ab dem Jahr 2005 werden einige gesetzliche Neuerungen in Kraft treten, die insbesondere Kapitalanleger und Bezieher von Renteneinkünften betreffen.

Alle Stellen, die Renten auszahlen, werden verpflichtet sein an eine zentrale Stelle die Rentenbezüge zu melden. Diese Rentenbezugsmitteilungen sind jederzeit für die Finanzbehörden einsehbar, so dass spätestens dann eine Rente, die bisher nicht der Besteuerung unterworfen worden ist, durch die Rentenbezugsmitteilung bekannt wird. Um ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung zu vermeiden ist daher eine Selbstanzeige ratsam oder noch bis zum 31.03.2005 eine strafbefreiende Erklärung nach dem Steueramnestiegesetz. Wegen der Einzelheiten kann Ihr Steuerberater Aufklärung geben.

Weiterhin kommt ab dem Jahr 2005 erstmals eine neue Vorschrift des Einkommensteuergesetzes zum tragen, wonach alle Banken/Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute erstmals für das Jahr 2004 dem Gläubiger der Kapitalerträge eine zusammenfassende Jahresbescheinigung auszustellen haben. Für diese Jahresbescheinigung gibt es ein amtlich vorgeschriebenes Muster; hierin müssen sämtliche Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne aus Finanzanlagen ausgewiesen werden. Dies gilt auch bei gemeinschaftlichen Konten von Ehegatten oder eheähnlichen Lebensgemeinschaften. Betriebliche Konten sind von dieser Neuerung nicht erfasst. Die Finanzämter sind angehalten die Jahrsbescheinigung von den Steuerbürgern selbst bei Vorlage einer Nichtveranlagungsbescheinigung zu fordern. Es liegt auf der Hand, dass die Finanzämter hier ein sehr wirkungsvolles Kontrollinstrument in die Hand bekommen haben, denn sie werden auf diesem Wege Kenntnis von allen inländischen Bankverbindungen eines jeden Steuerbürgers erlangen können. Auch damit erhält die mögliche Steueramnestie bzw. die auch über den 31.03.2005 hinaus geltende Möglichkeit der Selbstanzeige ein besonderes Gewicht.

Andreas Renz
Rechtsanwalt*Fachanwalt für Steuerrecht*Dipl. Finanzwirt (FH)