Folgen von Getrenntleben und Scheidung

Auf die Trennung eines Paares folgt zumeist die Scheidung der Ehe. Allerdings sieht der Gesetzgeber vor, dass zwischen Trennung und Scheidungsantrag bei Gericht ein Jahr, das sogenannte Trennungsjahr, abgelaufen sein muss. Grund hierfür ist, dass die Ehegatten nicht vorschnell die Ehe aufgeben, vielmehr sollen sie ausreichend Zeit haben, sich den letzten Schritt bis zur Scheidung gut zu überlegen.

Sowohl die Trennung als auch die Scheidung führen zu weitreichenden Konsequenzen bei beiden Eheleuten. Häufig aufkommende Themen werden hier besprochen.

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8. Was hängt alles mit einer Scheidung zusammen und kann auf mich zukommen?    

Im Zusammenhang mit einer Scheidung sind die folgenden Themen zu nennen, die sogenannten Scheidungsfolgen, die entweder vor dem Scheidungsverfahren per Ehevertrag geregelt werden können oder eben zusammen mit dem Scheidungsverfahren, unter Umständen auch noch nach dem Ausspruch der Scheidung. Es sind dies im Wesentlichen:

 

Der Nacheheliche Ehegattenunterhalt

Mit der Unterhaltsrechtsreform 2008 ist eine Menge Bewegung in den nachehelichen Unterhalt gekommen. Ziel der Reform war es, die Eigenverantwortung eines jeden Ehegatten nach der Scheidung zu stärken.

Somit ist die Zahlung von nachehelichen Unterhalt inzwischen nicht mehr die Regel, allerdings auch noch nicht die Ausnahme. Entscheidend - so formuliert es der Gesetzgeber und so entscheiden auch die Gerichte - sind stets die Umstände des Einzelfalls.

Ob also ein Ehegatte auch noch nach der Scheidung einen Anspruch auf Unterhaltszahlungen besitzt, kommt ganz darauf an, wie ihre Ehe angelegt war. Hatten sich zum Beispiel beide Ehegatten darauf verständigt, dass sich einer von ihnen um das Kind kümmert und der andere durch Erwerbstätigkeit für die finanzielle Absicherung der Familie sorgt, so ist klar, dass der nicht berufstätige Ehegatte zunächst für eine gewisse Dauer auf Unterhaltszahlungen angewiesen sein wird. Von ihm kann nicht erwartet werden, dass er unmittelbar nach der Scheidung selbst für seinen Unterhalt sorgt. Vielmehr müssen ihm die Nachteile, die er durch die Rollenverteilung während der Ehe erfahren hat, ausgeglichen werden. Entscheidend ist damit, ob ehebedingte Nachteile vorhanden sind, die durch Unterhaltszahlungen so lange zu kompensieren sind, bis die Nachteile in etwa ausgeglichen worden sind.

Neben den ehebedingten Nachteilen, die einen Unterhaltsanspruch begründen können, sind auch Gründe für eine Unterhaltsgewährung denkbar, die im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Kind stehen. Zwar sieht das Gesetz seit der Reform nur noch einen Unterhaltsanspruch bis Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes vor, sollte aber das Kind eine besondere Betreuung benötigen, sprechen Gerichte auch heute noch für eine deutlich über das dritte Lebensjahr hinausgehende Zeit einen Unterhaltsanspruch für den das Kind betreuenden Elternteil - zumeist immer noch die Mutter - zu.
Solche Gründe, die eine besondere Betreuung rechtfertigen, können sowohl mit dem Kind selbst zusammenhängen (so genanntes Problemkind, häufig ADHS, usw.) oder mit den Betreuungsmöglichkeiten zu tun haben (keine ausreichenden Kindergartenplätze oder keine Nachmittagsbetreuung in der näheren Umgebung).

Die Höhe des Unterhalts berechnet sich in etwa gleich wie beim Trennungsunterhalt, lediglich in Nuancen gibt es Unterschiede (z.B. Anrechnung des Wohnwertvorteils).
Zwar sprechen weiterhin viele Gerichte einem geschiedenen Ehegatten einen nachehelichen Unterhaltsanspruch zu, häufiger als früher kommt es aber vor, dass dieser Anspruch entweder der Höhe nach oder der zeitlichen Länge nach begrenzt wird. In machen Fällen erfolgt die Begrenzung sogar in beidem, also der Höhe und der Länge nach.

Da somit die Umstände des Einzelfalls das alles entscheidende Kriterium beim nachehelichen Unterhalt darstellen, ist die Prognose für den Ausgang eines gerichtlichen Unterhaltsverfahren sehr schwer. Dies macht die anwaltliche Beratung äußerst anspruchsvoll. Mit dem Fachanwalt für Familienrecht Sebastian Windisch und Dr. Ioannis Lymperidis haben Sie zwei kompetente Partner an Ihrer Seite, die diesen hohen Ansprüchen gerecht werden. Beide sind dazu befähigt, Ihre persönliche Lage zu analysieren und das Optimale bei einem gerichtlichen Unterhaltsverfahren für Sie herauszuholen.